zu den Biografien

Doris Maase

geb. Franck

4. März 1911, Briesen – 20. September 1979, Dorfen

Doris Franck wird in eine Arzt­familie hinein geboren. Auch sie stu­diert Medizin. 1931 tritt sie dem kom­munis­tischen „Roten Studentenbund“ bei. Im Sommer 1933 wird sie des­halb als politische Geg­nerin von der Uni­versi­tät verwiesen. Zu­dem gilt sie nach der Macht­übernahme gemäß der national­sozia­lis­tischen „Rassenlehre“ als „Halbjüdin“.

Im Oktober 1933 emi­griert Doris Franck in die Schweiz, wo sie ihr Medizin­studium be­en­den kann. Dort heiratet sie Ende 1934 den Ingenieur Nikolaus (Klaus) Maase und zieht mit ihm nach Düssel­dorf. Das Paar be­teiligt sich aktiv am kom­munis­tischen Wider­stand im Rhein­land. Wäh­rend eines Treffens im Mai 1937 werden beide von der Gestapo ver­haftet. 

Der „Volks­gerichts­hof“ in Berlin ver­ur­teilt sie im September 1936 wegen „Vorberei­tung zum Hoch­verrat“ zu je drei Jahren Zucht­haus. Am Ende ihrer Haft­zeit wird Doris Maase nicht ent­lassen, sondern zuerst in das KZ Lichten­burg, dann in das KZ Ravens­brück über­stellt. 

Dort ist sie als Häftlings­ärztin im Kranken­revier tätig. Sie stellt falsche Krankheits­be­scheini­gungen aus und gibt Medikamente weiter, um anderen Häftlin­gen zu helfen.

Nach Kriegs­ende lebt Doris Maase mit ihrem Mann wieder in Düssel­dorf und ar­beitet als Ärztin. Das Paar bekommt zwei Kinder. 1947 sagt sie als Zeugin im Prozess gegen SS-Personal aus dem KZ Ravens­brück aus. Doris Maase en­ga­giert sich als Zeit­zeugin und ist Sprecherin der Lager­gemein­schaft Ravensbrück in der Bundes­republik Deutschland.

Sie ist wieder für die KPD aktiv und wird 1948 und 1952 in den Düssel­dorfer Stad­trat ge­wählt. Nach dem 1956 er­folgten Ver­bot der KPD in der Bundes­republik ver­liert sie ihr Mandat und wird zu acht Monaten Ge­fängnis auf Be­währung ver­urteilt. In Folge des Ver­fahrens werden sämt­liche Ent­schädigungs- und Wieder­gutmachungs­leistungen von ihr zurück­gefordert.

Doris Maase