zu den Biografien

Luise Lübeck

geb. Vitzthum

20. September 1908, Frankenmarkt – 9. Mai 2003, Berlin

Luise Vitzthum wächst in einer öster­reichischen Klein­bauern­familie auf. Nach dem Schul­besuch absolviert sie eine Ausbildung als Kontoristin, später arbeitet sie als Kinder­gärtnerin. 1926 tritt sie dem Kommunis­tischen Jugend­verband in Österreich bei, 1928 der Kommunis­tischen Partei Österreichs (KPÖ). 

Anfang 1933 zieht Luise Vitzthum nach Berlin und engagiert sich dort im kommunis­tischen Wider­stand gegen den National­sozialismus. Sie ist als Kurierin für den verbotenen kommunis­tischen Jugend­verband (KJVD) aktiv, wo sie Hans Lübeck kennen­lernt. Die beiden heiraten. 

Im November 1933 verhaftet, wird die schwangere Luise Lübeck in das Gestapo-Hauptquartier in der Prinz-Albrecht-Straße verschleppt. Dort wird sie schwer miss­handelt. Im August 1934 kommt ihre Tochter Karin in Haft zur Welt. Das Kind lebt mehrere Monate zusammen mit seiner Mutter im Gefängnis, bevor es in ein Erziehungs­heim überstellt wird.

Am 13. Oktober 1934 verurteilt das Kammergericht Berlin Luise Lübeck zu 21 Monaten Gefängnis. Im September 1935 entlassen, kehrt sie zu den Groß­eltern nach Wien zurück. 1937 emigriert sie mit ihrem Mann nach Prag, im Januar 1939 nach Frank­reich. Auch dort schließt sich Luise Lübeck dem Wider­stand an, wird fest­ge­nom­men und Anfang 1941 nach Deutsch­land überführt. Erneut ist sie für mehrere Monate in Haft.

Nach Kriegs­ende engagiert sich Luise Lübeck in Bremen in der KPD, zieht dann aber in die Sowjetische Besatzungs­zone und wird Mitglied der SED. Sie heiratet in zweiter Ehe Bruno Fuhrmann, der ebenfalls im kommunis­tischen Wider­stand aktiv war, und bekommt mit ihm im März 1947 Tochter Elli. 

Luise Fuhrmann stirbt 2003 in Berlin.

Luise Lübeck