Wanda Lehfeld wird als Kind von Landwirten geboren. Sie besucht die Volksschule und ist anschließend vier Jahre in der Landwirtschaft der Eltern tätig. Als junge Erwachsene zieht sie nach Berlin und sichert sich dort ihren Lebensunterhalt, indem sie Haus- und Näharbeiten durchführt.
1933 kommt sie mit der Glaubensgemeinschaft der Zeugen Jehovas in Kontakt und lässt sich taufen. Auch als eine Betätigung für die Zeugen Jehovas 1933 verboten wird, bleibt sie ihrem Glauben treu. Mehrfach äußert sie sich kritisch über die nationalsozialistische Führung. Im Mai 1936 wird sie festgenommen. In Haft für „geisteskrank“ erklärt, wird sie in die Heil- und Pflegeanstalt Herzberge eingewiesen, wo sie bis Januar 1937 eingesperrt bleibt.
1939 ist Wanda Lehfeld erneut für die Zeugen Jehovas aktiv, sie gibt Schriften der Gemeinschaft weiter und missioniert vor Haustüren. Erneut festgenommen, bekennt sie sich noch während einer polizeilichen Vernehmung im November 1939 weiterhin zu den Zeugen Jehovas und erklärt, dass sie aus religiösen Gründen den „deutschen Gruß“ (Hitlergruß) verweigere. Wegen angeblicher „Geisteskrankheit“ lässt das „Sondergericht“ Berlin Wanda Lehfeld 1940 in die Landesanstalt Neuruppin einweisen. Dort wird sie bis Juli 1942 festgehalten und wird dann zu ihrem verwitweten Bruder entlassen.
Wanda Lehfeld überlebt den Nationalsozialismus und wohnt nach Kriegsende in Berlin-Wilmersdorf. 1946 stellt sie einen Antrag auf Entschädigung als „Opfer des Faschismus“.

