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Biografie

Wanda Lehfeld

26. September 1883, Langhermsdorf (Urzuty) – 13. Februar 1954, Berlin (West)

Portrait: Wanda Lehfeld

Wanda Lehfeld wird als Kind von Land­wirten ge­boren. Sie besucht die Volks­schule und ist anschließend vier Jahre in der Land­wirt­schaft der Eltern tätig. Als junge Erwachsene zieht sie nach Berlin und sichert sich dort ihren Lebens­unterhalt, indem sie Haus- und Näharbeiten durch­führt. 

1933 kommt sie mit der Glaubens­gemein­schaft der Zeugen Jehovas in Kontakt und lässt sich taufen. Auch als eine Betätigung für die Zeugen Jehovas 1933 ver­boten wird, bleibt sie ihrem Glauben treu. Mehrfach äußert sie sich kritisch über die national­sozialistische Führung. Im Mai 1936 wird sie fest­genommen. In Haft für „geisteskrank“ erklärt, wird sie in die Heil- und Pflege­anstalt Herzberge ein­ge­wiesen, wo sie bis Januar 1937 ein­ge­sperrt bleibt.

1939 ist Wanda Lehfeld erneut für die Zeugen Jehovas aktiv, sie gibt Schriften der Gemeinschaft weiter und missio­niert vor Haus­türen. Erneut fest­genommen, bekennt sie sich noch während einer polizei­lichen Ver­nehmung im November 1939 weiterhin zu den Zeugen Jehovas und erklärt, dass sie aus religiösen Gründen den „deutschen Gruß“ (Hitlergruß) ver­weigere. Wegen angeblicher „Geistes­krankheit“ lässt das „Sonder­gericht“ Berlin Wanda Lehfeld 1940 in die Landes­anstalt Neuruppin ein­weisen. Dort wird sie bis Juli 1942 fest­gehalten und wird dann zu ihrem verwitweten Bruder entlassen.

Wanda Lehfeld über­lebt den National­sozialismus und wohnt nach Kriegs­ende in Berlin-Wilmersdorf. 1946 stellt sie einen Antrag auf Ent­schädigung als „Opfer des Faschismus“. 

Portrait: Wanda Lehfeld

Wanda Lehfeld