zu den Biografien

Marianne Kürschner

geb. Tomandl

10. August 1921, Elsterberg – 8. Mai 1982, Plauen

Marianne Tomandl wächst in Elster­berg nahe der deutsch-tsche­chischen Gren­ze auf. Nachdem ihr Mann Herbert Kürschner kurz nach der Heirat im April 1940 als Wehr­machts­soldat in Frank­reich fällt, ent­wickelt sie eine kritische Hal­tung gegen­über der NS-Dik­tatur.

Ab 1941 ist sie als tech­nische Zeich­ne­rin in einem Berliner Rüs­tungs­betrieb tätig. Dort erzählt Marianne Kürschner Witze über die national­sozia­listische Füh­rung und äußert, der „Führer“ müsse nieder­ge­schos­sen werden. Darauf­hin wird sie im März 1943 fest­ge­nom­men und vom „Volks­gerichts­hof“ zum Tode ver­urteilt. Straf­ver­schärfend wirkt der Vor­wurf, sie habe sich als „Krieger­witwe“ auf eine Be­ziehung mit einem tsche­chi­schen Kollegen ein­ge­lassen. 

Zum Zeit­punkt des Urteils ist Marianne Kürschner hoch­schwan­ger. Ihr Sohn Josef kommt in der Haft zur Welt, ver­stirbt aber nur weni­ge Wochen später. Anfang 1944 wan­delt der Reichs­justiz­minister die Todes­strafe gegen sie in eine acht­jährige Zucht­haus­strafe um.

Nach der Be­freiung geht Marianne Kürschner zu­rück nach Elster­berg und ist in der Ver­eini­gung der Ver­folg­ten des Nazi­regimes (VVN) aktiv. 1948 wird sie als „Opfer des Faschismus“ an­er­kannt. Sie heiratet er­neut und lebt als Marianne Falz bis zu ihrem Tod in Plauen.

Marianne Kürschner