Anna (Anni) Friese besucht im ostpreußischen Wormditt eine Handelsschule und absolviert dort eine kaufmännische Ausbildung. Sie kommt 1905 nach Berlin und heiratet dort 1911 den Ungarn Josef Krauss, der 1914 im Ersten Weltkrieg fällt.
Ab 1920 ist Anna Krauss Inhaberin einer Nähereiwerkstatt und ab 1936 Geschäftsinhaberin einer Lack- und Farbengroßhandlung. Seit Mitte der 1920er Jahre ist Anna Krauss mit John Graudenz bekannt, über den sie später ihr Haus in Stahnsdorf als Quartier für Verfolgte zur Verfügung stellt. Ab 1939/40 entsteht der Kontakt zu Harro Schulze-Boysen und der Roten Kapelle.
Anna Krauss unterstützt die Gruppe unter anderem durch den Druck von Flugblättern. Der dazu genutzte Apparat wird bei ihrer Festnahme am 14. September 1942 in ihrem Wohnhaus gefunden.
Das Reichskriegsgericht verurteilt sie am 12. Februar 1943 zum Tode. Ihr Gnadengesuch wird am 21. Juli 1943 von Hiter abgelehnt und Anna Krauss am 5. August in Plötzensee ermordet.
In Stahnsdorf ist die Anni-Krauss-Straße nach ihr benannt. Dort steht nahe der Einmündung in die John-Graudenz-Straße auch ein gemeinsamer Gedenkstein für sie und John Graudenz.
Weiterführendes
Regina Griebel/Marlies Coburger/Heinrich Scheel: Erfasst? Das Gestapo-Album zur Roten Kapelle, Halle 1992, S. 106 f.










