zu den Biografien

Margarete Kennecke

geb. Wöhlbier

14. Juli 1883, Aschersleben – 28. August 1952, Leipzig

Margarete Wöhlbier stammt aus einer Arbeiterfamilie. Nach dem Besuch der Volks­schule in Aschers­leben ist sie zunächst als Fabrik­arbeiterin und bis zur ihrer Ehe­schließung als Rei­ni­gungs­kraft tätig. Am 1. August 1903 heiratet sie den Schlosser Gustav Kennecke, mit dem sie drei Söhne bekommt. 1920 wird Margarete Kennecke Mit­glied der KPD.

Zwei von ihren Söhnen werden zu Beginn des Zweiten Welt­krieges in die Wehrm­acht ein­ge­zogen. Ge­mein­sam mit ihrem Ehe­mann, dessen Bruder sowie Martha Hermann, der Ver­lob­ten ihres Sohnes Karl, hört Margarete Kennecke im April und Mai 1941 mehr­fach englische Radio­sender, obwohl dies verboten ist. 

Im September 1941 fest­genommen, werden sie gemein­schaft­lich wegen Verstoß gegen die „Verordnung über außerordentliche Rundfunkmaßnahmen“ angeklagt. Margarete Kennecke wird vom Sonder­gericht beim Land­gericht Leipzig am 16. Dezember 1941 zu einer ein­jährigen Gefängnis­strafe verurteilt. Während ihr Mann zu einer Zuchthaus­strafe von eineinhalb Jahren ver­ur­teilt wird, werden die beiden anderen An­ge­klag­ten frei­ge­sprochen. 

Nach ihrer Ent­lassung 1942 lebt sie weiterhin in Leipzig. 1951 wird sie als Verfolgte des Nazi­regimes anerkannt.

Margarete Kennecke stirbt am 28. August 1952 in Leipzig.

Margarete Kennecke