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Biografie

Irma Keilhack

geb. Schweder

25. Januar 1908, Hamburg – 3. Juni 2001, Hamburg

Porträt der 45-jährigen Irma Keilhack. Sie trägt ihr dunkelblondes Haar nach hinten gekämmt, es reicht ihr bis in den Nacken. Auf der Nase trägt sie eine Brille mit breiten, durchsichtigen Rändern.

Irma Schweder wächst in Hamburg als Kind einer Köchin und eines Hafen­arbeiters auf. Beide Eltern sind in der SPD. Dem Wunsch, Lehrerin zu werden, kann Irma Schweder aus finan­ziellen Gründen nicht nachgehen. Sie macht eine Lehre zur Büro­kauffrau und wird Mitglied im Zentral­verband der An­gestellten (ZdA). 1924 tritt sie den Kinder­freunden und wenig später der Sozialis­tischen Arbeiter­jugend (SAJ) bei und geht 1926 in die SPD. Nach einem Lehr­gang wird sie haupt­amtliche Mit­arbeiterin im Büro des damaligen Ham­burger SPD-Landes­vorsitzenden Karl Meit­mann.

Am 16. Juni 1933 wird Irma Schweder auf einem Treffen der SPD-­Partei­leitung fest­genommen. Namens­listen essen sie und andere Ge­fangene rechtzeitig auf. In der Nacht verhört und miss­handelt, wird sie am fol­genden Tag in das Untersuchungs­gefängnis über­stellt und nach etwa einer Woche ent­lassen. 

Durch das Verbot der SPD arbeits­los, verdient Irma Schweder zu­nächst mit dem Ver­kauf von Haushalts­wäsche Geld und kann so Ver­bindungen zu Sozial­demokraten aufrecht­erhalten. In Wander­gruppen trifft sie regel­mäßig andere ehe­malige Mit­glieder der SAJ. 1935 hei­ratet sie Adolf Keil­hack, den sie aus der Partei kennt. Gemein­sam leiten sie eine Haus- und Grund­stückverwaltung und stellen dort be­freundete Gegner des NS-Regimes ein. Mit Beginn des Zweiten Welt­kriegs leitet Irma Keil­hack die Firma alleine, bis ihr Wohn­haus ausge­bombt wird und sie – zu diesem Zeit­punkt schwanger – in ihr Haus in einer Schreber­garten­anlage in Hamburg-­Bergstedt zieht. Dort er­lebt sie mit anderen poli­tischen Oppo­sitionellen das Kriegs­ende.

Von 1949 bis 1961 ist Irma Keil­hack SPD-­Abgeordnete im Deutschen Bundes­tag. 1961 in den Ham­burger Senat ge­wählt, ist sie bis 1970 Se­natorin der Jugend­behörde.

Seit 2017 ist der Irma-­Keilhack-­Ring in Ham­burg nach ihr be­nannt.

Porträt der 45-jährigen Irma Keilhack. Sie trägt ihr dunkelblondes Haar nach hinten gekämmt, es reicht ihr bis in den Nacken. Auf der Nase trägt sie eine Brille mit breiten, durchsichtigen Rändern.

Irma Keilhack 

Weiterführendes

Charles Schüddekopf (Hg.): Der alltägliche Faschismus. Frauen im Dritten Reich, Bonn 1982

Deutscher Bundestag (Hg.): Der nächste Redner ist eine Dame. Die Frauen im ersten Deutschen Bundestag, Berlin 2024