Irma Schweder wächst in Hamburg als Kind einer Köchin und eines Hafenarbeiters auf. Beide Eltern sind in der SPD. Dem Wunsch, Lehrerin zu werden, kann Irma Schweder aus finanziellen Gründen nicht nachgehen. Sie macht eine Lehre zur Bürokauffrau und wird Mitglied im Zentralverband der Angestellten (ZdA). 1924 tritt sie den Kinderfreunden und wenig später der Sozialistischen Arbeiterjugend (SAJ) bei und geht 1926 in die SPD. Nach einem Lehrgang wird sie hauptamtliche Mitarbeiterin im Büro des damaligen Hamburger SPD-Landesvorsitzenden Karl Meitmann.
Am 16. Juni 1933 wird Irma Schweder auf einem Treffen der SPD-Parteileitung festgenommen. Namenslisten essen sie und andere Gefangene rechtzeitig auf. In der Nacht verhört und misshandelt, wird sie am folgenden Tag in das Untersuchungsgefängnis überstellt und nach etwa einer Woche entlassen.
Durch das Verbot der SPD arbeitslos, verdient Irma Schweder zunächst mit dem Verkauf von Haushaltswäsche Geld und kann so Verbindungen zu Sozialdemokraten aufrechterhalten. In Wandergruppen trifft sie regelmäßig andere ehemalige Mitglieder der SAJ. 1935 heiratet sie Adolf Keilhack, den sie aus der Partei kennt. Gemeinsam leiten sie eine Haus- und Grundstückverwaltung und stellen dort befreundete Gegner des NS-Regimes ein. Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs leitet Irma Keilhack die Firma alleine, bis ihr Wohnhaus ausgebombt wird und sie – zu diesem Zeitpunkt schwanger – in ihr Haus in einer Schrebergartenanlage in Hamburg-Bergstedt zieht. Dort erlebt sie mit anderen politischen Oppositionellen das Kriegsende.
Von 1949 bis 1961 ist Irma Keilhack SPD-Abgeordnete im Deutschen Bundestag. 1961 in den Hamburger Senat gewählt, ist sie bis 1970 Senatorin der Jugendbehörde.
Seit 2017 ist der Irma-Keilhack-Ring in Hamburg nach ihr benannt.
Personen
Weiterführendes
Charles Schüddekopf (Hg.): Der alltägliche Faschismus. Frauen im Dritten Reich, Bonn 1982
Deutscher Bundestag (Hg.): Der nächste Redner ist eine Dame. Die Frauen im ersten Deutschen Bundestag, Berlin 2024


