Katharina Katzenmaier wird 1918 in eine katholische Familie im hessischen Heppenheim geboren. Ihr Traum, Medizin zu studieren und Missionsschwester oder -ärztin in Afrika zu werden, geht aus gesundheitlichen und finanziellen Gründen nicht in Erfüllung.
Die Familie ist gegen den Nationalsozialismus eingestellt und wird dafür im Ort angefeindet. Katharina Katzenmaier leitet als Pfarrjugendführerin katholische Jugendgruppen, arbeitet in einem Krankenhaus und besucht ab 1940 das katholische Seminar für Seelsorgehilfe in Freiburg. 1942 tritt sie in Püttlingen ihre erste Stelle als Religionslehrerin an und gründet einen Kinderchor. Sie spricht sich offen gegen die „Euthanasie“ des NS-Regimes aus und äußert Zweifel, dass Hitler den Zweiten Weltkrieg gewinnen wird.
Am 21. Juli 1943 wird Katharina Katzenmaier von der Gestapo festgenommen und verhört. Nach drei Monaten Einzelhaft im Gefängnis Saarbrücken-Lerchesflur wird sie am 21. Oktober 1943 in das KZ Ravensbrück überstellt und dort zu schwerer Arbeit in den angrenzenden Werkhallen der Firma Siemens & Halske gezwungen. Da sie Kindern, die ebenfalls im KZ eingesperrt sind, von ihrem Brot abgibt, wird sie in den Strafblock eingewiesen.
Während des Todesmarsches im April 1945 kann Katharina Katzenmaier fliehen und erreicht am 16. September 1945 ihr Zuhause. Als Schwester Theodolinde entscheidet sie sich für den Eintritt ins Benediktinerinnenkloster St. Lioba in Freiburg. Sie lebt in den folgenden Jahren in verschiedenen Klöstern, arbeitet als Religionslehrerin und nimmt an Treffen der Überlebenden des KZ Ravensbrück teil.
Katharina Katzenmaier stirbt 2000 in Mannheim. Im Juli 2004 wird für sie in Freiburg ein Stolperstein verlegt. 2024 portätiert das Stadtmuseum Heppenheim sie in einer Sonderausstellung über „Historische Heppenheimer Persönlichkeiten“.
Personen
Weiterführendes
Katharina Katzenmaier/Schwester Theodolinde: Vom KZ ins Kloster. Ein Stück Lebensgeschichte, St. Ottilien 1996






