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Biografie

Katharina Katzenmaier

24. April 1918, Heppenheim – 5. August 2000, Mannheim

Aufnahme der 77-jährigen Katharina Katzenmaier. Sie trägt eine Ordenstracht und eine runde Brille. An ihrem Revers trägt sie ein Dreieck mit Streifenmuster, dessen Spitze nach unten zeigt. Darauf stehen die Wörter "LG Ravensbrück 95"

Katharina Katzenmaier wird 1918 in eine katho­lische Familie im hessischen Heppen­heim geboren. Ihr Traum, Medizin zu studieren und Missions­schwester oder -ärztin in Afrika zu werden, geht aus gesund­heitlichen und finanziellen Gründen nicht in Erfüllung.

Die Familie ist gegen den National­sozialismus ein­gestellt und wird dafür im Ort ange­feindet. Katharina Katzenmaier leitet als Pfarr­jugend­führerin katho­lische Jugend­gruppen, arbeitet in einem Kranken­haus und besucht ab 1940 das katho­lische Seminar für Seelsorge­hilfe in Freiburg. 1942 tritt sie in Püttlingen ihre erste Stelle als Religions­lehrerin an und gründet einen Kinder­chor. Sie spricht sich offen gegen die „Euthanasie“ des NS-Regimes aus und äußert Zweifel, dass Hitler den Zweiten Welt­krieg gewinnen wird.

Am 21. Juli 1943 wird Katharina Katzenmaier von der Gestapo fest­genommen und ver­hört. Nach drei Monaten Einzel­haft im Gefängnis Saarbrücken-Lerchesflur wird sie am 21. Oktober 1943 in das KZ Ravensbrück über­stellt und dort zu schwerer Arbeit in den angrenzenden Werk­hallen der Firma Siemens & Halske gezwungen. Da sie Kindern, die ebenfalls im KZ ein­gesperrt sind, von ihrem Brot abgibt, wird sie in den Straf­block ein­gewiesen.

Während des Todes­marsches im April 1945 kann Katharina Katzenmaier fliehen und erreicht am 16. September 1945 ihr Zuhause. Als Schwester Theodolinde entscheidet sie sich für den Eintritt ins Benediktinerinnen­kloster St. Lioba in Freiburg. Sie lebt in den folgenden Jahren in verschiedenen Klöstern, arbeitet als Religions­lehrerin und nimmt an Treffen der Über­lebenden des KZ Ravensbrück teil. 

Katharina Katzenmaier stirbt 2000 in Mannheim. Im Juli 2004 wird für sie in Freiburg ein Stolper­stein verlegt. 2024 portätiert das Stadt­museum Heppen­heim sie in einer Sonder­ausstellung über „Historische Heppenheimer Persönlichkeiten“.

Aufnahme der 77-jährigen Katharina Katzenmaier. Sie trägt eine Ordenstracht und eine runde Brille. An ihrem Revers trägt sie ein Dreieck mit Streifenmuster, dessen Spitze nach unten zeigt. Darauf stehen die Wörter "LG Ravensbrück 95"

Katharina Katzenmaier 

Weiterführendes

Katharina Katzenmaier/Schwester Theodolinde: Vom KZ ins Kloster. Ein Stück Lebensgeschichte, St. Ottilien 1996