zu den Biografien

Biografie

Carola Berta Karg

16. Juni 1910, Wolfratshausen – 12. August 1985, Berlin (DDR)

Porträt der etwa 23-jährigen Carola Berta Karg. Sie hat dunkles Haar, dass ihr lockig knapp über die Ohren reicht. Sie dreht ihren Kopf über die linke Schulter zur Kamera und schaut ernst.

Carola Berta (Bertha) Karg wird 1910 als neuntes von elf Kindern in eine Ar­beiter­familie hinein­gebo­ren. Be­reits mit 14 Jah­ren be­ginnt sie eine Lehre als Ver­käu­ferin, tritt 1926 dem Kom­munis­tischen Jugend­verband (KJVD) und 1928 der KPD bei. Auch gewerk­schaft­lich en­ga­giert sie sich. Sie setzt sich für die Zu­sam­men­arbeit von Jung­kommu­nisten und Jung­katholiken ein und steigt inner­halb der KPD schnell auf. 

1933 ist sie unter den Deck­namen „Klara Mathies“ und „Rola“ bereits Leiterin des KJVD Thüringen. Auch in Baden, der Pfalz und am Nieder­rhein ist sie in lei­ten­der Funk­tion für die nun ver­bote­ne KPD aktiv. Sie ar­bei­tet eng mit dem Düssel­dorfer Kaplan Joseph C. Rossaint zu­sam­men, der dort eine katholische Wider­stands­gruppe an­führt. 

Ende 1934 wird Carola Berta Karg beim Ver­tei­len von Flug­blät­tern in Düssel­dorf fest­genom­men. Nach sechs Wo­chen kommt sie, kör­perlich und see­lisch von den brutal durch­geführten Ver­hö­ren schwer ge­zeich­net,  in Unter­suchungs­haft. Am 25. Juni 1935 wird sie vom „Volks­gerichts­hof” zu 15 Jahren Zucht­haus verurteilt. In den Zucht­häusern Jauer und Wald­heim leidet Carola Berta Karg un­ter schlechten Haft­bedin­gun­gen und ist jahre­lang in Einzel­haft unter­ge­bracht. 

Nach Kriegs­ende en­ga­giert sich Carola Berta Karg zu­nächst in Chem­nitz und Dres­den für die KPD, geht 1946 aber nach Bayern zu­rück. Sie wird Sekre­tärin für Frauen­arbeit der KPD-Landes­leitung und 1952 Landes­sekretärin der VVN Bayern. 1952 wegen an­geb­lich­en Ver­rats wäh­rend der Haft in der NS-Zeit aus der KPD aus­geschlos­sen, wird sie spä­ter wieder re­habili­tiert. 

1969 tritt sie der Deut­schen Kom­munis­tischen Partei (DKP) bei und ar­bei­tet bis 1970 als An­ge­stellte in der Münch­ner Stadt­verwal­tung. 

Bei ei­ner Rei­se in die DDR er­lei­det Berta Carola Karg 1985 ei­nen Herz­in­farkt, an dem sie ver­stirbt.

Porträt der etwa 23-jährigen Carola Berta Karg. Sie hat dunkles Haar, dass ihr lockig knapp über die Ohren reicht. Sie dreht ihren Kopf über die linke Schulter zur Kamera und schaut ernst.

Carola Berta Karg 

Weiterführendes

Carola Berta Karg: Mein Kampf gegen die braune Diktatur, in: Richard Löwenthal/Patrik von zur Mühlen (Hg.): Widerstand und Verweigerung in Deutschland 1933 bis 1945, Berlin/Bonn 1984, S. 102-110

Carola Karg: Alltag einer Illegalen. Aus einem Erlebnisbericht, in: Klaus Drobisch/Gerhard Fischer (Hg.): Widerstand aus Glauben. Christen in der Auseinandersetzung mit dem Hitlerfaschismus, Berlin 1985, S. 53–58

Hermann Weber/Andreas Herbst: Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945 (Bd. 2), Berlin 2008, S. 430

Studienkreis Deutscher Widerstand 1933-1945 e. V.: Nichts war vergeblich. Frauen im Widerstand gegen den Nationalsozialismus (Ausstellungskatalog), Frankfurt am Main 2016, S. 24-25