zu den Biografien

Caroline Hofmann

29. Dezember 1907, Frankfurt am Main – 13. November 2004, Berlin

Caroline „Carla” Hofmann wächst in Nie­der­sach­sen und Bay­ern auf. Nach­dem ihr Vater 1917 an Lun­gen­krebs gestorben ist, ziehen sie, ihr Bruder Albert und ihre Mut­ter Helene zu einem Leh­rer, der die Mutter als Haus­wirt­schaf­te­rin be­schäf­tigt. Ab ih­rem 14. Le­bens­jahr ar­bei­tet auch Carla Hof­mann als Haus­mäd­chen. 1933 zieht sie von Mün­chen nach Berlin. 

Po­li­tisch steht Carla Hofmann der KPD nahe, in der auch ihr Bru­der ak­tiv ist. Sie en­ga­giert sich in der Ro­ten Hil­fe und sammelt Geld für Fa­mi­lien von In­haf­tier­ten. 

Nicht auf­schrei­ben, alles im Kopf behal­ten. Und der hat mir dann auch Material gege­ben, das hat der im Schuh, in den Hacken versteckt, das war so ein ganz dünnes Pa­pier. … Der kam aus der Tsche­cho­slo­wa­kei.

Carla Wisotzki geb. Hofmann in einem Zeit­zeugen­inter­view, 2002

Im Fe­bru­ar 1935 tritt sie nach län­ge­rer Er­werbs­lo­sig­keit eine Stel­le als Mon­tie­re­rin im Werk der Zeiss Ikon AG in Berlin-Zeh­len­dorf an. Im Betrieb or­ga­ni­siert sie den Wi­der­stand der ver­bo­te­nen KPD und der Rote Hil­fe, über einen Mit­tels­mann hält sie Kon­takt zur Pra­ger Lei­tung der KPD. Auch stellt sie ihre Woh­nung für Tref­fen zur Ver­fü­gung und gibt kom­mu­nis­ti­sche Schrif­ten wei­ter. 

Carla Hof­mann wird im Juni 1937 fest­ge­nom­men und im Ber­li­ner Fra­uen­gefäng­nis in der Bar­nim­straße in­haf­tiert, bis sie am 3. März 1938 vom „Volks­ge­richts­hof” zu sie­ben Jah­ren Zucht­haus ver­ur­teilt wird. 

Im Zuch­thaus Cott­bus lernt sie wei­te­re in­haf­tier­te Kom­mu­nis­tin­nen kennen. Die Frau­en un­ter­stüt­zen sich in der Haft ge­gen­sei­tig und blei­ben über die Be­frei­ung hinaus freund­schaft­lich mit­ei­nan­der ver­bun­den.

Carla Hof­mann hei­ra­tet nach Kriegs­en­de Walter Wisotzki, das Paar be­kommt drei Kin­der. 1999 er­hält sie eine Eh­ren­me­dail­le für nach­bar­schaft­li­ches En­gage­ment in Pan­kow. 

Caroline Hofmann