zu den Biografien

Viktoria Hösl

2. Juni 1902, München – 9. Mai 1953, München

Viktoria Hösl wird 1902 in Mün­chen ge­bo­ren. Als ihr Va­ter Georg Hösl 1907 ver­stirbt, ver­lässt ihre Mut­ter Viktoria Schäfer die bei­den Kin­der. Viktoria Hösl und ihr jün­ge­rer Bru­der Georg wach­sen bei Pfle­ge­el­tern in Kir­chen­thum­bach in der Ob­er­pfalz auf. 

Nach dem Schul­be­such ist Viktoria Hösl bei ihren Pfle­ge­el­tern als Magd tätig. 1923 wird sie un­ehe­lich schwan­ger. Sie er­lei­det häus­li­che Ge­walt durch den Va­ter des Kin­des und zieht alleine mit ihrem Sohn Herbert nach Mün­chen. Dort ver­dient sie ih­ren Le­bens­un­ter­halt als Stall­magd, Wä­sche­rin, Dienst­bo­tin und Ar­bei­te­rin in einer Zi­ga­ret­ten­fa­brik. 

In der Fa­brik be­ginnt ihr po­li­ti­sches En­ga­ge­ment. Viktoria Hösl ist als Be­triebs­rä­tin ak­tiv, sie wird Mit­glied in der Ro­ten Hil­fe und ab 1930 der KPD. Ab April 1932 sitzt sie als Ab­ge­ord­ne­te für die KPD im Baye­ri­schen Land­tag. In ihrer ein­zi­gen Re­de, die sie dort im No­vem­ber 1932 hal­ten kann, the­ma­ti­siert sie die so­zia­le Si­tu­a­tion von ar­men Fa­mi­li­en und plä­diert für ein Recht auf Ab­trei­bung.

Als Kom­mun­istin wird Viktoria Hösl be­reits im März 1933 von der Ge­sta­po in „Schutz­haft” ge­nom­men. Für drei Jah­re ist sie im Ge­fäng­nis Mün­chen-Sta­del­heim in­haf­tiert, da­nach wird sie in das KZ Moringen über­stellt. Wäh­rend ih­rer Haft­zeit wächst ihr Sohn in ei­nem baye­ri­schen Klos­ter auf. 

Ge­sund­heit­lich durch die Haft stark be­ein­träch­tigt, kehrt Viktoria Hösl nach ihrer Ent­las­sung im Sep­tem­ber 1937 nach Mün­chen zu­rück. Dort fin­det sie er­neut An­schluss an den kom­mu­nis­ti­schen Wi­der­stand. Im März 1942 wird sie ge­mein­sam mit 42 wei­te­ren Per­so­nen aus dem Um­feld der Grup­pe um Beppo Römer fest­ge­nom­men und im Juni 1944 zu drei Jah­ren Zucht­haus ver­ur­teilt. 

Nach dem Zwei­ten Welt­krieg ist Viktoria Hösl wieder in der KPD ak­tiv. Sie hei­ra­tet Josef Angerer, den sie wäh­rend der Ges­ta­pohaft ken­nen­ge­lernt hat, und lebt bis zu ihrem Tod in Mün­chen.

Viktoria Hösl