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Biografie

Eva Hermann

geb. Lüddecke

24. Mai 1900, Grünenplan – 24. Juli 1997, Marburg

Porträt der etwa 30-jährigen Eva Hermann. Sie hat ihr dunkles Haar auf der rechten Seite des Kopfes gescheitelt. Ihren Kopf hat sie in die Handfläche gestützt und schaut ernst in die Kamera.

Die Leh­re­rin Eva Lüddecke lernt 1923 in der evan­ge­li­schen Ju­gend­bewe­gung den Physi­ker Carl Hermann kennen, den sie we­nig spä­ter hei­ra­tet. Das Ehe­paar zieht nach Mann­heim.

Beide leh­nen den Na­tional­sozia­lismus ent­schie­den ab. Sie schließen sich den Quäkern an und leisten vielfach Hilfe für Verfolgte. Eva Hermann ar­bei­tet mit Quäker­innen und Quäkern aus Groß­britannien zu­sam­men, um Jü­dinnen und Juden eine Ausreise dorthin zu ermöglichen. Außer­dem schickt das Ehe­paar Hilfs­pakete an de­por­tier­te Jü­dinnen und Juden. 

Anfang 1943 ver­stecken sie Eva Hermanns frühe­re Mit­schüler­in Hilde Rosenthal und ihren Mann für meh­re­re Wochen in ihrer Woh­nung. Als das Ehe­paar Rosenthal im Früh­jahr 1943 ge­fasst wird, werden auch deren Hel­fer­innen und Helfer fest­ge­nom­men, da­run­ter Eva und Carl Hermann.

Im Ver­hör sa­gen sie aus, die Rosenthals heim­lich ver­steckt und mit ihnen ge­mein­sam aus­ländische Radio­sender ge­hört zu haben. Die Eheleute werden im Juli 1943 vor dem Sonder­gericht Mann­heim wegen „Abhörens von Aus­lands­sendern” und der „Ver­brei­tung zer­set­zender Nach­richten ausländischer Sender“ zu mehr­jährigen Zucht­haus­strafen ver­ur­teilt. 

Nach dem Krieg en­ga­giert sich Eva Hermann für den christ­lich-jü­di­schen Dia­log. 1976 wird sie für ihre Hilfe von Yad Vashem als „Gerechte unter den Völkern“ ge­ehrt. Auch in Deutsch­land er­hält sie meh­rere Aus­zeich­nun­gen.

Porträt der etwa 30-jährigen Eva Hermann. Sie hat ihr dunkles Haar auf der rechten Seite des Kopfes gescheitelt. Ihren Kopf hat sie in die Handfläche gestützt und schaut ernst in die Kamera.

Eva Hermann 

Weiterführendes

Angela Borgstedt: Eva und Dr. Carl Hermann. Zwei Mannheimer Quäker und ihre Hilfe für Verfolgte des NS-Regimes, in: Badische Heimat 79 (1999), S. 183–189 

Claus Bernet: Quäker aus Politik, Wissenschaft und Kunst. 20. Jahrhundert. Ein biographisches Lexikon, Nordhausen 2007, S. 71–72