zu den Biografien

Herta Gräf

geb. Kaule

28. Februar 1903, Berlin – 4. August 2007, Berlin

Herta Kaule stammt aus einer Ber­li­ner Ar­bei­ter­fami­lie. Nach dem Schul­be­such lässt sie sich zur Kon­to­ris­tin aus­bil­den. Sie tritt als Ju­gend­liche in die So­zia­lis­ti­sch­en Ar­bei­ter-Ju­gend (SAJ) und 1923 schließ­lich in die KPD ein. In den fol­gen­den Jahren ar­bei­tet Herta Kaule haupt­beruf­lich für die KPD als Steno­ty­pis­tin und Lohn­buch­halte­rin. Dabei lernt sie auch ihren spä­te­ren Ehe­mann Hugo Gräf kennen, 1932 wird der ge­mein­same Sohn Arno ge­bo­ren. 

Bis zur na­tio­nal­so­zia­lis­ti­schen Macht­über­nah­me be­hält Herta Gräf ihre Stel­le bei der KPD. Noch im Feb­ru­ar 1933 wird sie als Ste­no­gra­fin auf einer ge­hei­men Ta­gung der Partei­spitze im Sport­haus Ziegen­hals bei Berlin ein­ge­setzt. Hier ver­sam­meln sich nach der Er­nen­nung Adolf Hitlers zum Reichs­kanz­ler hohe Funk­tionä­rin­nen und Funk­tionä­re der KPD, um über poli­ti­sche Stra­te­gien gegen die Na­tio­nal­so­zia­lis­ten zu be­ra­ten. 

Nach­dem ihr Mann Hugo Gräf als Reichs­tags­ab­ge­ord­ne­ter der KPD schon im März 1933 fest­ge­nom­men und bis 1934/35 in meh­re­ren Kon­zen­tra­ti­ons­lagern fest­ge­halten wird, en­ga­giert sich Herta Gräf weiter­hin für die ver­bo­tene KPD. Im Oktober 1936 wird des­halb vor dem Kammer­ge­richt Berlin ein Straf­ver­fah­ren gegen sie ein­ge­lei­tet. Sie lebt jedoch zu die­sem Zeit­punkt be­reits mit ihrer Fami­lie in der Tsche­chos­lowa­kei. 

Ein Jahr später wird Herta Gräf die deutsche Staats­bürger­schaft aberkannt. Die Familie zieht 1938 nach Groß­bri­tannien um. Herta Gräf ar­bei­tet dort als Kranken­wagen­fahrer­in beim britischen Luft­schutz. Sie ist auch im Exil po­li­tisch aktiv, lei­tet einen Emi­granten­club und en­ga­giert sich ge­werk­schaft­lich.

Im Sep­tem­ber 1947 kehrt Herta Gräf nach Deutsch­land zurück. Sie wird Mit­glied der SED und lebt bis zu ihrem Tod im Jahr 2007 in Ost­berlin.

Herta Gräf