zu den Biografien

Erna Gehrmann

geb. Lippold

18. März 1915, Chemnitz – 6. August 2008, Leipzig

Erna Lippold wächst in Chemnitz auf. Mit ihrem ersten Ehe­mann bekommt sie 1938 ein Kind, die Ehe wird je­doch bald darauf ge­schieden und sie heiratet am 7. September 1940 den Schlosser Hermann Gehr­mann, der bis 1933 Mitglied der Freien Arbeiter-Union Deutsch­lands (FAUD) ist. 

Durch ihren Mann bekommt Erna Gehr­mann Ver­bin­dung zu anarcho­syndikalis­tischen Kreisen im Umfeld von Leipzig, wo sie wohnen. Als Hermann Gehr­mann gemeinsam mit anderen Anarcho­syndikalis­tinnen und Anarcho­syndikalis­ten im August 1941 von der Gestapo fest­genommen wird, wird Erna Gehr­mann bis zum Ende des Krieges unter Polizei­aufsicht gestellt. Ihren Mann verurteilt das Oberlandes­gericht Dresden am 22. Januar 1941 wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ zu eineinhalb Jahren Haft. Danach wird er in die Wehr­macht ein­gezogen. 

Erst nach Kriegs­ende erfährt Erna Gehr­mann vom Tod ihres Ehemannes, der seit 1943 als vermisst gilt. Sie lebt weiterhin mit ihrer kleinen Tochter in Leipzig und arbeitet als Schaffnerin. Erna Gehr­mann engagiert sich einige Jahre in der SED, scheidet jedoch in den 1950er Jahren aus gesund­heit­lichen Gründen aus. Sie wird als Hinter­bliebene eines Verfolgten des Nazi­regimes anerkannt und ist als Kassiererin bei der Ver­einigung der Verfolgten des Nazi­regimes (VVN) engagiert. 

Erna Gehrmann stirbt am 6. August 2008 in Leipzig.

Erna Gehrmann