zu den Biografien

Emma Elison

geb. Roman

12. Dezember 1880, Marburg – 9. Oktober 1942, Auschwitz-Birkenau

Emma Elison lebt in mate­rieller Armut und kommt da­durch mit dem Gesetz in Konflikt. Zwischen 1901 und 1923 wird sie mehr­fach wegen Dieb­stahl, Hehlerei und Prosti­tution be­straft. Sie hei­ratet zwei­mal und hat sechs Kinder aus erster Ehe. Ihr zweiter Ehe­mann Fritz Elison ver­sucht An­fang der 1930er Jahre, als Mitglied in die NSDAP auf­ge­nom­men zu wer­den, scheitert daran aber auf­grund der jüdischen Her­kunft seiner Frau. 

Nach der Macht­über­nahme ist Emma Elison in Frankfurt am Main gemein­sam mit ihrem Bruder Emanuel Roman und ihren beiden Töch­tern Erna und Bella für die nun ver­bote­ne KPD aktiv. Sie orga­nisieren Unter­künfte für unter­ge­tauchte Partei­funktionäre und ver­brei­ten Druck­schriften. 

Im März 1935 werden sie fest­g­enommen. Zwei Monate später ergeht vor dem Ober­landes­gericht Kassel das Urteil gegen insge­samt 32 An­ge­klagte. Emma Elison erhält eine Strafe von vier Jahren Zucht­haus. Auch ihr Bruder, ihre Tochter Erna sowie deren Mann Ludwig Mißler werden zu Haft­strafen verurteilt, ihr Mann Fritz Elison geht straffrei aus. 

Emma Elison verbüßt ihre Haft im Zucht­haus Aichach, wo sie sich wieder­holt gegen die Haft­bedin­gun­gen wehrt. Nach ihrer Ent­las­sung steht sie unter stän­diger Beob­ach­tung durch die Gestapo. Ge­schie­den von Fritz Elison, lebt sie nun völlig ver­armt in Frank­furt. 1939 ver­sucht sie, sich Papiere für eine Aus­reise nach Belgien zu or­gani­sieren, was ihr aber nicht gelingt. 

Im April 1942 wird Emma Elison in das Kon­zen­trations­lager Ravens­brück ver­schleppt, kurz darauf in das Ver­nichtungs­lager Auschwitz-Birkenau de­por­tiert und dort am 9. Oktober 1942 ermor­det.

Heute er­innert ein Stol­perstein in Frankfurt-Preungesheim an sie.

Emma Elison