zu den Biografien

Margarete Elchlepp

geb. Weidhöner

18. Mai 1899, Berlin – 8. April 1945, Berlin-Plötzensee

Margarete Weidhöner heiratet 1924 den Kaufmann Walter Elchlepp, mit dem sie im April 1945 in Berlin-Rahnsdorf lebt.

Als am 6. April 1945 der dortige NSDAP-Ortsgruppenleiter Sonder­marken für Brot ledig­lich an Mitglieder von NS-Organi­sationen ausgegeben lässt, kommt es zu wütenden Protesten. Bis zu 200 aufgebrachte Frauen und einige Männer stürmen zwei Rahnsdorfer Bäckereien.

Anwohnerinnen denunzieren die an dem Aufruhr beteiligten Personen. Die vom Orts­gruppen­leiter ver­ständigte Gestapo nimmt wenige Stunden später etwa 15 Personen fest, darunter auch Margarete Elchlepp und ihre Schwester Gertrud Kleindienst, die die Interessen der Frauen gegenüber dem Orts­gruppen­leiter vehement ver­treten haben sollen.

Am 7. April 1945 tritt auf Befehl des Berliner Gau­leiters und Reichs­verteidigungs­kommissars Joseph Goebbels ein Stand­gericht zusammen, das Margarete Elchlepp und ihre Schwester Gertrud Kleindienst als „Rädels­führer“ wegen „Landfriedens­bruchs“ und „Plünderns“ zum Tode verurteilt. Ebenfalls zum Tode verurteilt wird der Tischler Max Hilliges, der das Vorgehen der Frauen ver­teidigt hat.

Während Gertrud Kleindienst als Mutter dreier Kinder zu einer achtjährigen Zucht­haus­strafe begnadigt wird, werden Margarete Elchlepp und Max Hilliges noch in der Nacht zum 8. April im Straf­ge­fängnis Berlin-Plötzensee ermordet.

Heute erinnert eine Gedenktafel in Berlin-Rahnsdorf an die Opfer des „Brotaufstands”. 

Margarete Elchlepp