zu den Biografien

Elvira Eisenschneider

22. April 1924, Fischbach – 6. April 1944, KZ Sachsenhausen

Elvira Eisenschneider wird 1924 als Tochter der Kom­mun­ist­en Paul und Ella Eisen­schneider im pfäl­zi­schen Fisch­bach geboren. Nach der na­tio­nal­so­zia­lis­ti­schen Macht­über­nah­me fliehen die Eltern mit ihr aus Deutsch­land zunächst ins Saar­land, dann nach Frank­reich. Ab Herbst 1935 lebt die Familie in der Sowjet­union.

Ihr Vater kehrt Anfang 1936 nach Deutsch­land zurück, um dort den kom­mu­nis­ti­schen Wider­stand zu unter­stüt­zen. Er wird Ende 1936 fest­ge­nom­men, zu einer lebens­langen Zucht­haus­strafe ver­ur­teilt und am 19. April 1944 im KZ Maut­hausen er­mor­det. Ihre Mutter Ella Eisenschneider, vor der Flucht mehr­fach von der Gestapo miss­han­delt, kommt in der So­wjet­union unter ärzt­li­che Ob­hut. 

Elvira Eisenschneider wächst im Kin­der­heim der Kom­mu­nis­ti­schen Inter­nationale in Iwanowo bei Moskau auf. Sie plant nach der Schule Literatur­wissen­schaft zu studieren, lässt sich jedoch nach dem Über­fall der Wehr­macht auf die Sowjet­union im Juni 1941 als Sa­ni­tä­te­rin aus­bilden und begleitet einen Eva­ku­ie­rungs­trans­port aus Moskau.  

1942 meldet sich Elvira Eisenschneider gerade 18-jährig als Frei­wil­li­ge zur Ro­ten Ar­mee. In einer Spezial­schule wird sie zur Fall­schirm­springer­in aus­ge­bil­det und über­nimmt meh­re­re Auf­klä­rungs­ein­sät­ze hinter der Front. 

Im Sommer 1943 springt sie mit dem Fall­schirm über Deutsch­land ab, um Kon­takt zum kom­munis­tischen Wider­stand in Deutsch­land zu be­kom­men und das Kriegs­ende zu beschleu­nigen. Es ge­lingt ihr, sich bis in die Pfalz durch­zu­schla­gen und Funk­kon­takt nach Moskau auf­zu­neh­men. Dabei gerät sie wahr­schein­lich in eine Fal­le der Gestapo.      

Sie wird am 23. Februar 1944 im Ruhr­ge­biet fest­ge­nom­men und kurz vor ihrem 20. Ge­burts­tag im KZ Sachsen­hausen er­mordet.

In der DDR er­innert 1961 eine Son­der­brief­marke an Elvira Eisenschneider.

Elvira Eisenschneider