zu den Biografien

Käte Duncker

geb. Doell

23. Mai 1871, Lörrach – 2. Mai 1953, Bernau bei Berlin

Ge­boren in Baden, zieht Käte Doell nach dem Tod ihres Va­ters im Jahr 1877 mit ihrer Mutter nach Friedrich­roda in Thü­ringen. Sie be­sucht die ört­liche Schule und lässt sich zur Lehrer­in aus­bilden. 1898 hei­ratet sie Hermann Duncker und be­kommt mit ihm drei Kinder: Wolfgang, Karl und Hedwig. 

Als jun­ge Frau tritt Käte Duncker in die SPD ein und über­nimmt dort ver­schie­den­e Funk­tio­nen: Sie ist Vor­sitzende des sozial­demo­kratischen Frauen- und Mädchen­vereins in Leipzig, Re­dak­teurin der Zeit­schrift „Gleichheit“, politi­sche Red­nerin und enge Ver­traute von Clara Zetkin. 

Zu Be­ginn des Ersten Welt­krieges gehört sie zu den internen Kri­ti­ke­rin­nen und Kri­ti­kern der Partei­führung, die die Zu­stim­mung der SPD zu den Kriegs­kre­dit­en ab­lehnen. 1918 wird Käte Duncker schlie­ß­lich Mit­glied der KPD und sitzt von 1921 bis 1923 als Ab­geord­nete für die Par­tei im Thüringer Land­tag.

Infolge der national­sozialis­tischen Macht­über­nahme gera­ten sie und ihr Mann, der eben­falls in der kom­munis­tischen Bewe­gung aktiv ist, zu­nehmend unter Druck. 

Hermann Duncker wird 1933 in „Schutzhaft“ ge­nom­men. Käte Duncker betreibt ab 1935 eine Pension in Friedrich­roda, die von Antifa­schistinnen und Antifa­schisten als heim­lich­er Treff­punkt genutzt wird. 1938 emi­griert sie in die USA, wo ihr Sohn Karl lebt. Die­ser begeht 1940 Suizid. Ihr jüngs­ter Sohn Wolfgang lebt in der So­wjet­union. Als Anar­chist wird er dort ver­folgt und in einem Lager inter­niert.

1947 kehrt Käte Duncker mit ihrem Mann nach Deutsch­land zurück. Erst im Novem­ber 1948 erfährt sie, dass ihr Sohn Wolfgang am 20. November 1942 im so­wjetisch­en Lager Workuta ver­stor­ben ist. 

Käte Duncker wohnt bis zu ihrem Tod 1953 in Bernau bei Berlin.

Käte Duncker