zu den Biografien

Marianne Cohn

17. September 1922, Mannheim – 8. Juli 1944, Ville-la-Grand

Marianne Cohn emi­griert 1934 mit ihrer Familie aus Berlin nach Bar­celona. Nach Aus­bruch des Spanischen Bürger­krieges schicken die Eltern sie und ihre Schwes­ter Lisa erst nach Paris und später in die Schweiz. Im April 1938 laufen ihre Aufent­halts­ge­nehmi­gun­gen ab und sie müssen nach Frank­reich zurück­kehren. 1941 treffen sie im süd­französischen Moissac ihre Eltern wieder.

Marianne Cohn schließt sich 1943 der zionistischen Jugend­organisa­tion Mouvement de la Jeunesse Sioniste (MJS) an. Zudem ist sie Mitglied der jüdischen Wider­stands­bewegung Or­ga­nisation juive de combat (OJC). Sie betreut jü­dische Kinder und Jugend­liche, die in Kinder­heimen oder bei nicht­jüdischen Familien unter­gebracht werden sollen. Da die Kinder dennoch gefährdet sind, wird eine Flucht­hilfe über die Schweizer Grenze organisiert. Auch Marianne Cohn bringt mehr­fach Kinder in die Schweiz. Am 31. Mai 1944 wird sie zu­sammen mit 28 Kindern und Jugend­lichen beim ver­suchten Grenz­übertritt in der Nähe von Annemasse fest­ge­nommen.

… Ich bereue nichts von dem, was geschehen ist, und ich würde nicht eine Sekunde zögern, wenn alles noch einmal von vorn begänne.

Kassiber von Marianne Cohn an Emmanuelle Racine, 1944

Die Kinder über­leben. Marianne Cohn wird mit fünf weiteren Wider­stands­kämpferinnen und Wider­stands­kämpfern am 8. Juli 1944 am Rand von Ville-la-Grand von deutschen Polizei- und Zoll­beamten bru­tal ermordet.

Marianne Cohn