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Biografie

Martha Chwalek

geb. Wende

4. August 1899, Breslau (Wrocław) – 15. Februar 1986, Berlin (DDR)

Erkennungsdienstliches Porträt der 35-jährigen Martha Chwalek. Sie trägt einen dunklen Hut und hat einen Pelzkragen um den Hals gelegt. Sie blickt mit leerem Blick in die Kamera.

Martha Wende wird in Breslau (Wrocław) geboren. Sie besucht die Volks- und Handels­schule in Gleiwitz (Gliwice) und arbeitet im Anschluss als Buch­halterin. Im Juli 1925 heiratet sie Roman Chwalek, der KPD-Mitglied und Schlosser bei der Reichs­bahn ist.

Das Paar lebt in Oppeln (Opole). Hier tritt Martha Chwalek der KPD und der Revolutio­nären Gewerk­schafts-Opposition (RGO) bei. Sie gehört schon bald der Orts- und Bezirks­leitung der KPD Ober­schlesiens an, ist KPD-Frauen­leiterin in Oppeln, 1928 Stadt­verordnete in Breslau und ab 1930 im schlesischen Provinzial­landtag. Auf Veran­lassung des Zentral­komitees (ZK) der KPD fährt sie 1931 zu einer ein­jährigen Schulungs­reise in die Sowjetunion. Ihr Mann ist zu diesem Zeit­punkt Reichstags­abgeordneter und gehört dem Reichs­komitee der RGO an. 

Nach der Macht­über­nahme der National­sozialisten nehmen Martha und Roman Chwalek Deck­namen an. Sie wohnen in Berlin und sind im Wider­stand aktiv. Martha Chwalek erledigt Schreib­arbeiten für die nun verbotene RGO und ver­mittelt Unter­künfte an ver­folgte Genossen. 

Sie wird 1934 fest­genommen. Knapp ein Jahr später wird Martha Chwalek vom „Volks­gerichtshof“ in Berlin zu einer Zucht­haus­strafe von drei Jahren ver­urteilt. Bis 1938 wird sie zu­nächst in das KZ Moringen und später in das KZ Lichten­burg über­stellt. Nach dem Ende ihrer Haft­zeit stehen sie und ihr Mann, der ebenfalls fest­genommen und in­haftiert worden war, unter besonderer Beobachtung der Gestapo. 

Das Kriegsende erlebt Martha Chwalek in Berlin. Zunächst arbeitet sie als Verwaltungs­direktorin im Kranken­haus Neukölln im amerikanischen Sektor der Stadt. 1948 wechselt sie in den Ostteil der Stadt und arbeitet auch hier in leitenden Positionen im Gesundheits­wesen. Nach ihrem Tod wird Martha Chwalek auf dem Berliner Zentral­friedhof Friedrichs­felde in der DDR beigesetzt.

Erkennungsdienstliches Porträt der 35-jährigen Martha Chwalek. Sie trägt einen dunklen Hut und hat einen Pelzkragen um den Hals gelegt. Sie blickt mit leerem Blick in die Kamera.

Martha Chwalek 

Weiterführendes

Lydia Dollmann: Chwalek, Martha (1899-1986). Widerstand im Schatten des Ehemanns, in: Siegfried Mielke (Hg.): Gewerkschafterinnen im NS-Staat. Verfolgung, Widerstand, Emigration, Essen 2008, Bd. 1, S. 102-104