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Biografie

Martha von Ceminski

14. Juli 1905, Berlin – 27. Oktober 1978, Berlin (DDR)

Porträt von Martha von Ceminski: Eine Frau jenseits der 60. Sie hat kurze grauweiße Haare mit Locken. Sie trägt eine weiße Bluse und darüber eine schwarze Weste.

Martha von Ceminski wächst in Berlin auf und ist in der kom­munis­tischen Bewe­gung ak­tiv. Sie ist Mit­glied im Arbeiter­sport­verein Fichte und in der KPD. 1932 lässt sie sich bei ei­ner Betriebs­räte­wahl aufstellen und wird deshalb von der Firma Osram, in der sie tätig ist, gemaß­regelt.

Nach der Macht­über­nahme der National­sozia­listen Anfang 1933 enga­giert sie sich im Wider­stand. Mit ihrem Ver­lob­ten Rudolf Grosse ist sie in der nun ver­bote­nen KPD in Ber­lin-Lichtenberg aktiv. Ihre gemeinsame Wohnung dient als Poststelle für die KPD in Ber­lin und Branden­burg. 

Das Paar plant die Hochzeit. Rudolf Grosse wird jedoch im April 1934 fest­ge­nom­men, als er einen Stem­pel mit der Parole „Hitler bedeutet Krieg“ in meh­re­ren Hausfluren in Lichten­berg an­bringt. Er wird zu einer mehrjährigen Haftstrafe verur­teilt und im Dezem­ber 1942 im KZ Flossen­bürg ermordet.

Martha von Ceminski ist nach der In­haf­tierung ihres Ver­lobten weiter­hin im Wider­stand aktiv. 1943 wird sie für die Mit­arbeit in einer kom­munis­tischen Betriebs­zelle ange­wor­ben und arbeitet mit der Gruppe um Anton Saefkow und Franz Jacob zusam­men. 

Sie sam­melt Geld und Lebens­mittel für unter­ge­tauchte Mit­streiterinnen und Mitstreiter so­wie für so­wje­tische Zwangs­arbeiterinnen und Zwangs­arbeiter und hört russische Ra­dio­sender ab, obwohl dies verboten ist. Mitte 1944 wird sie deshalb fest­ge­nom­men, jedoch nicht vor Gericht gestellt, son­dern in das KZ Ravens­brück ver­bracht. Dort bleibt sie bis zu ihrer Befreiung im Früh­jahr 1945 inhaf­tiert.

Nach Kriegs­ende lebt sie in der DDR, arbeitet im Bezirks­amt Berlin-Friedrichs­hain und ist dort für die Betreu­ung ehe­maliger politischer Inhaf­tierter zu­ständig. Sie wird Mit­glied in der SED und enga­giert sich für die Ver­einigung der Ver­folg­ten des Na­zi­re­gimes (VVN) und die Lager­gemein­schaft Ravens­brück.

Porträt von Martha von Ceminski: Eine Frau jenseits der 60. Sie hat kurze grauweiße Haare mit Locken. Sie trägt eine weiße Bluse und darüber eine schwarze Weste.

Martha von Ceminski 

Weiterführendes

Karen Holtmann: Die Saefkow-Jacob-Bästlein-Gruppe vor dem Volksgerichtshof. Die Hochverratsverfahren gegen die Frauen und Männer der Berliner Widerstandsorganisation 1944-1945, Paderborn 2010