zu den Biografien

Erna Brzezek

geb. Lange

17. Juni 1909, Görlitz – 24. August 2001, Döbbersen

Erna Lange wächst in Görlitz auf. Kurz nach­dem ihr Vater als Soldat im Ersten Welt­krieg fällt, tritt ihre Mutter den Ernsten Bibel­forschern bei. Auch Erna Lange wird im Alter von 16 Jahren als Bibel­forscher­in getauft. 1927 bis 1932 ist sie als Missionarin ak­tiv: Sie geht von Haus­tür zu Haus­tür und wirbt aktiv für die Glaubens­gemein­schaft, die sich seit 1931 Zeugen Jehovas nennt.

Nach der national­sozia­listi­schen Macht­über­nahme bleibt sie der Gemein­schaft treu, obwohl eine Tätig­keit für die Zeugen Jehovas verboten wird. 1934 heiratet Erna Lange Konrad Brzezek, der eben­falls Mit­glied bei den Zeugen Jehovas ist. Ge­mein­sam be­trei­ben sie jahrelang ein Seifengeschäft in Berlin-Friedrichshain, das als heimlicher Treff­punkt der Zeugen Jehovas dient. 

In den Jahren 1937 und 1938 ist Erna Brzezek we­gen ihrer Betätigung für die Glaubens­gemein­schaft für ins­gesamt neun Monate in Haft. 

Ihr Mann wird 1942 wegen „Kriegs­dienst­ver­weigerung“ zum Tode verurteilt und im Zucht­haus Branden­burg-Görden hin­gerich­tet. Erna Brzezek muss infolge­dessen das ge­mein­same Geschäft auf­geben. Sie arbeitet als Wirt­schafterin bei dem Zeugen Jehova Gustav Kluth. Zu diesem Zeit­punkt nimmt sie mehr­fach Schriften wie den „Wachtturm“ entgegen und verteilt diese. Erna Brzezek steht des­halb erneut vor Gericht und wird im Novem­ber 1944 vor dem „Volks­gerichtshof“ zu sieben Jahren Zucht­haus­haft ver­urteilt. 

Nach Kriegs­ende lebt sie in der So­wje­tischen Be­satzungs­zone und später in der DDR. Erna Brzezek wird zunächst als Verfolgte des Faschismus aner­kannt, nach dem Verbot der Zeugen Jehovas in der DDR im Jahr 1950 verliert sie diese Ab­erkennung jedoch wieder. Sie hei­ratet erneut und stirbt 2001 als Erna Muhs.

Erna Brzezek