1905 in Berlin in eine akademische Familie hineingeboren, wächst Emilie Delbrück mit sechs Geschwistern in Berlin auf. Sie besucht ein Mädchengymnasium in Berlin-Charlottenburg und studiert anschließend Musik.
1930 heiratet sie den Juristen und Chefsyndikus der Deutschen Lufthansa Klaus Bonhoeffer. Dieser knüpft nach der nationalsozialistischen Machtübernahme in enger Verbindung mit seinen Schwagern Hans von Dohnanyi, Justus Delbrück und Rüdiger Schleicher Kontakte zu Widerstandskreisen. Sie sind am Umsturzversuch vom 20. Juli 1944 beteiligt. Wie viele Ehefrauen ist auch Emilie Bonhoeffer in die Verschwörung involviert. Sie führt verschlüsselte Telefongespräche und bewacht ihr Wohnhaus, wenn dort geheime Treffen stattfinden.
Nach der Ermordung von Klaus Bonhoeffer am 23. April 1945 flieht Emilie Bonhoeffer nach Gronenberg (Scharbeutz) in Schleswig-Holstein, wo sie zuvor bereits ihre drei Kinder untergebracht hat.
„Was vom Widerstand bleibt, sind nicht die großen Entwürfe, nicht das Politische – schließlich ist der Widerstand gescheitert. Was bleibt ist das Menschliche. Insofern werden diese Persönlichkeiten vielleicht Leitbilder bleiben.“
Emilie Bonhoeffer, nach 1945
Nach Kriegsende baut sie in den ersten Jahren der deutschen Teilung ein Hilfsnetz mit auf, das Päckchen mit Spenden nach Ostdeutschland schickt. In den 1950er Jahren zieht Emilie Bonhoeffer mit ihren Kindern nach Frankfurt am Main. Während des Auschwitz-Prozesses betreut sie dort die teils hochbetagten Überlebenden, die als Zeuginnen und Zeugen aus den USA und Israel anreisen. Ihre Briefe, die sie über diese Zeit an eine in den USA lebende jüdische Freundin schreibt, werden 1965 veröffentlicht.
Emilie Bonhoeffer ist bis zuletzt aktives Mitglied von Amnesty international und engagiert sich in zahlreichen Veranstaltungen gegen das Vergessen und für ein Gedenken an den Widerstand gegen den Nationalsozialismus.
Weiterführendes
Sigrid Grabner/Hendrik Röder (Hg.): Emmi Bonhoeffer. Essay, Gespräch, Erinnerung, Berlin 2004









