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Biografie

Emilie Bonhoeffer

geb. Delbrück

13. Mai 1905, Berlin – 12. März 1991, Düsseldorf

Porträt der 25-jährigen Emilie Bonhoeffer: Sie hat dunkelblondes Haar, das sie hinter die Ohren gekämmt hat und ihr weit in den Nacken fällt. Sie lächelt von unten nach oben in die Kamera. .

1905 in Berlin in eine aka­demische Familie hinein­geboren, wächst Emilie Delbrück mit sechs Geschwistern in Berlin auf. Sie besucht ein Mädchen­gym­nasium in Berlin-Char­lotten­burg und stu­diert an­schließend Musik.

1930 heiratet sie den Juristen und Chef­syndikus der Deutschen Luft­hansa Klaus Bon­hoeffer. Dieser knüpft nach der national­sozia­listischen Macht­über­nahme in enger Ver­bindung mit seinen Schwagern Hans von Dohnanyi, Justus Delbrück und Rüdiger Schlei­cher Kontakte zu Wider­stands­kreisen. Sie sind am Umsturz­versuch vom 20. Juli 1944 beteiligt. Wie viele Ehe­frauen ist auch Emilie Bonhoeffer in die Ver­schwörung in­vol­viert. Sie führt ver­schlüsselte Telefon­ge­spräche und bewacht ihr Wohn­haus, wenn dort geheime Treffen statt­finden.

Nach der Er­mor­dung von Klaus Bonhoeffer am 23. April 1945 flieht Emilie Bonhoeffer nach Gronenberg (Scharbeutz) in Schleswig-Holstein, wo sie zuvor bereits ihre drei Kin­der unter­ge­bracht hat. 

„Was vom Wider­stand bleibt, sind nicht die großen Entwürfe, nicht das Politische – schließlich ist der Wider­stand ge­scheitert. Was bleibt ist das Mensch­liche. Insofern werden diese Persön­lichkeiten viel­leicht Leit­bilder bleiben.“

Emilie Bonhoeffer, nach 1945

Nach Kriegs­ende baut sie in den ersten Jahren der deutschen Teilung ein Hilfs­netz mit auf, das Päckchen mit Spen­den nach Ost­deutsch­land schickt. In den 1950er Jahren zieht Emilie Bonhoeffer mit ihren Kindern nach Frankfurt am Main. Während des Auschwitz-Prozesses betreut sie dort die teils hoch­be­tagten Über­le­ben­den, die als Zeuginnen und Zeugen aus den USA und Israel an­reisen. Ihre Briefe, die sie über diese Zeit an eine in den USA le­ben­de jüdische Freundin schreibt, werden 1965 ver­öffentlicht.

Emilie Bonhoeffer ist bis zuletzt aktives Mit­glied von Amnesty inter­national und enga­giert sich in zahlreichen Ver­an­staltungen gegen das Ver­gessen und für ein Geden­ken an den Wider­stand gegen den National­sozialismus.

Porträt der 25-jährigen Emilie Bonhoeffer: Sie hat dunkelblondes Haar, das sie hinter die Ohren gekämmt hat und ihr weit in den Nacken fällt. Sie lächelt von unten nach oben in die Kamera. .

Emilie Bonhoeffer 

Weiterführendes

Sigrid Grabner/Hendrik Röder (Hg.): Emmi Bonhoeffer. Essay, Gespräch, Erinnerung, Berlin 2004