zu den Biografien

Clara Bohm-Schuch

geb. Bohm

5. Dezember 1879, Stechow – 6. Mai 1936, Berlin

Clara Bohm wird im bran­den­bur­gi­schen Stechow in eine kin­der­rei­che Bau­ern­familie ge­bo­ren. Nach dem Besuch der Dorf­schule ist sie zu­nächst als Dienst­mäd­chen tätig, dann zieht sie nach Ber­lin. Hier besucht sie eine Han­dels­schu­le und ar­bei­tet als Buch­halte­rin und Se­kre­tä­rin. 1905 heira­tet sie den Kauf­mann Willy Schuch.

Clara Bohm-Schuch en­ga­giert sich in der Ge­werk­schafts- und Frau­en­be­we­gung. Ab 1908 ist sie Mit­glied der SPD. Hier nimmt sie viel­fältige Auf­ga­ben wahr. Zu ihren wich­tigs­ten Themen ge­hört die soziale Ver­sor­gung von Kin­dern und Frau­en im Deut­schen Reich. Von 1919 bis 1922 ist sie Chef­re­dak­teu­rin der sozial­de­mo­kra­ti­schen Frau­en­zeit­schrift „Die Gleich­heit”.

Von 1919 bis 1933 sitzt Clara Bohm-Schuch als ge­wähl­te Ab­ge­ord­ne­te der SPD im Reichs­tag. Dort stimmt sie am 23. März 1933 zu­sam­men mit den an­we­sen­den Frak­tions­mit­glie­dern gegen das „Ermächtigungsgesetz”. Auf der­sel­ben Sit­zung über­gibt sie dem Reichs­tags­prä­si­den­ten Her­mann Göring einen Be­richt über die Miss­hand­lung der Ber­lin­er SPD-Stadt­ver­ord­ne­ten Maria Jan­kow­ski durch Mit­glie­der der natio­nal­so­zia­lis­ti­sch­en „Sturm­ab­tei­lung” (SA).

Diese mutige Hand­lung hat eine Haus­durch­su­chung und ihre Fest­nah­me durch die Ge­sta­po zur Folge. Clara Bohm-Schuch wird im Poli­zei­ge­fäng­nis am Alexan­der­platz und im Frau­en­ge­fäng­nis Bar­nim­straße in­ter­niert. Nach ihrer Frei­las­sung wird sie durch Haus­durch­su­chun­gen und Vor­la­dun­gen weiter drang­sa­liert.

Clara Bohm-Schuch stirbt am 6. Mai 1936 an den Fol­gen der er­lit­te­nen Haft. Ihre Be­er­di­gung auf dem Fried­hof in Berlin-Baum­schu­len­weg wird zu einer ein­drucks­vol­len Schwei­ge­de­mons­tra­tion gegen den Na­tio­nal­so­zia­lis­mus.

Heute befin­det an der Kief­holz­straße im Berli­ner Stadt­teil Baum­schulen­weg eine Gedenk­ta­fel, die an Clara Bohm-Schuch erin­nert.

Clara Bohm-Schuch