zu den Biografien

Gerda Boenke

geb. Schmeer

12. Oktober 1913, Berlin – 10. November 1944, Berlin-Plötzensee

Gerda Boenke, Berlin, 1930er Jahre

Gerda Schmeer wächst in Berlin auf und arbeitet nach der Volks­schule als Nä­he­rin. 

Von 1930 bis 1937 ist sie ver­hei­ra­tet. Aus der Ehe gehen drei Söh­ne hervor, die nach der Tren­nung von ihrem Mann bei Gerda Boenke in Berlin-Fried­richs­hain auf­wachsen. Ab 1938 arbeitet sie in der Werk­zeug­maschi­nen­fa­brik Gustav Kärger in Berlin-Mitte. Sie ge­hört dort einer ille­ga­len Betriebs­zelle der KPD an, über­nimmt Kurier­dienste und ver­teilt Flug­blätter. 

Weil sie auf der Arbeit ihre Ab­nei­gung gegen die Regie­rung of­fen kundtut, wird gegen sie im Herbst 1943 ein Ver­fah­ren wegen „staats­feind­li­cher Äu­ße­run­gen” ein­ge­leitet. Gerda Boenke be­streitet die Äußerungen und wird letztlich „staats­po­li­zei­lich energisch ver­warnt”.    

Am Tag nach dem gescheiterten Umsturzversuch vom 20. Juli 1944 äußert sie gegen­über Arbeits­kol­le­gin­nen ihr Bedauern über das misslungene Attentat auf Hitler. 

Schade, dass sie den Hund nicht er­wischt haben, dann wä­re der Krieg wenigs­tens aus … Zwei Mal ist es jetzt da­ne­ben ge­gan­gen, das drit­te Mal wird es ja klap­pen!

Gerda Boenke am 21. Juli 1944 zu einer Kollegin 

Nach einer Denun­ziation wird sie am 4. August 1944 fest­genom­men. Der „Volksgerichtshof” verurteilt sie am 25. Oktober 1944 wegen „Landes­verrats und Wehr­kraft­zer­set­zung” zum Tode. Gerda Boenke wird am 10. November 1944 im Straf­ge­fäng­nis Berlin-Plöt­zen­see er­mor­det.

Heute tra­gen in Berlin-Pankow sowie in Görlitz zwei Straßen Gerda Boenkes Namen. In Berlin-Friedrichshain er­in­nert seit 1975 eine Gedenk­stele an sie und weitere Wider­stands­kämpfer.   

Gerda Boenke, Berlin, 1930er Jahre

Gerda Boenke