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Margarete Blank

22. Januar 1901, Kiew (Kyjiw) – 8. Februar 1945, Dresden

Margarete Blank wird in eine gut­situierte deutsch-baltische Familie hin­ein­ge­boren. Kurz nach Ende des Ersten Welt­krieges verlässt sie ihre Heimat­stadt aufgrund von politischen Unruhen und zieht mit ihrem Vater und den Geschwistern nach Deutsch­land. Sie studiert in Leipzig Medizin und erhält 1924 die deutsche Staats­bürger­schaft. Ende der 1920er Jahre zieht Margarete Blank mit ihrer Schwester Eleonore nach Panitzsch. Hier wird sie 1930 die erste zu­ge­lassene Kassen­ärztin des Ortes. 

Nach 1933 gerät sie in Konflikt mit den National­sozialisten vor Ort. Unter dem Verdacht, dass sie jüdischer Herkunft sei, wird Margarete Blank zeitweilig die Approbation ent­zogen. Nach Einlegen eines Widerspruchs kann sie ihre Praxis jedoch weiter betreiben. Sie tritt nicht dem NS-Ärzte­bund oder der NSDAP bei und grüßt in ihrer Praxis und der Öffent­lichkeit konse­quent nicht mit „Heil Hitler“. 

1938 wird sie vom Bürger­meister der Gemeinde als „politisch un­zu­verlässig“ denun­ziert. Als sie Ende Januar 1944 in ihrer Praxis die Kinder einer Frau, deren Mann als Soldat an der Front steht, behandelt, kommt es erneut zum Konflikt. Margarete Blank kritisiert die anti­sowjetische Propa­ganda und erklärt einen deutschen Sieg im Zweiten Welt­krieg für unerreich­bar. Im Juli 1944 zeigt der Ehemann ihrer Patientin Margarete Blank bei der Gestapo an.

Am 14. Juli 1944 wird die Ärztin fest­genommen und an­schließend in Leipzig und Dresden inhaftiert. Der „Volksgerichtshof“ verurteilt sie am 15. Dezember 1944 wegen regime­kritischen Äußerungen zum Tode. Margarete Blank wird am 8. Februar 1945 im Hof des Land­gerichts­gebäudes am Münchener Platz in Dresden ermordet. 

Seit 1975 befindet am Ort ihres ehemaligen Wohn­hauses in Panitzsch eine Gedenk­stätte, die an ihr Leben erinnert.

Margarete Blank