zu den Biografien

Luise Bittner

11. März 1905, Frankenberg – 2. September 1990, Aue

Luise Bittner lernt Pinsel­macher­in und ist schon als junge Frau politisch aktiv. 1924 tritt sie in die SPD ein und wech­selt 1931/32 zur Sozialis­tischen Arbeiter­partei Deutsch­lands (SAP). Luise Bittner wird von der SAP als Kandidatin für die Ge­meinde­verordneten­wahl am 13. November 1932 in Schönheide im Erz­gebirge vor­ge­schla­gen, jedoch nicht ge­wählt. Bis 1935 arbeitet sie für die Con­ti­nen­tal-Versand­zentrale in Zwickau und muss zusätzlich Arbeits­losen­hilfe beziehen.

Nach der national­sozialistischen Macht­über­nahme be­tei­ligt sich Luise Bittner an der Wider­stands­arbeit der nun ver­bo­ten­en SAP in Zwickau und Um­ge­bung. Sie gibt als Ku­rie­rin ver­bo­te­ne Zeit­schrif­ten der so­zia­lis­ti­schen Be­we­gung wei­ter. 

Im April 1935 führt die Gestapo eine Haus­durch­su­chung bei Luise Bittner in Schönheide durch und be­schlag­nahmt Schrif­ten der SAP, darunter „Die Gewerk­schafts­frage und unsere Auf­gabe“. Sie wird fest­ge­nom­men und ge­mein­sam mit einigen Mit­strei­ter­in­nen und Mit­strei­tern vor dem „Volks­gerichts­hof“ an­ge­klagt. 

Während des Gerichts­ver­fah­rens be­kennt sie sich klar zu den politischen Ziel des SAP und be­für­wor­tet einen General­streik gegen das na­tio­nal­so­zia­lis­tische Regime. Luise Bittner wird vor Gericht als „Mitläuferin“ im November 1935 zu zwei Jahren Zucht­haus­strafe verurteilt, die sie bis April 1937 im Zucht­haus Wald­heim verbüßen muss. 

Luise Bittner