zu den Biografien

Emma Beier

geb. Bräuer

11. Dezember 1887, Oels (Oleśnica) – 12. August 1972, Leipzig

Emma Bräuer wächst im schle­si­schen Oels auf. Sie besucht die Volks­schule und ist danach als Dienst­mädchen tätig. 1912 heiratet sie und wird Mit­glied der SPD, in der sie dem lin­ken Flügel an­gehört. Fünf Jahre später tritt Emma Beier der Un­abhängigen Sozial­demo­kratischen Par­tei Deutsch­lands (USPD) bei, einer Ab­spal­tung der SPD. 

1920 wechselt sie zur KPD und be­klei­det dort bis Januar 1933 ver­schie­de­ne Pos­ten: Sie ist zeit­weise Frauen­leiterin und sitzt von 1923 bis 1933 für die KPD im Leipziger Stadt­par­la­ment. 

Emma Beier wird nach der Macht­über­nahme der Na­tional­sozia­listen von März bis Mai 1933 in „Schutzhaft“ ge­nom­men. Auch nach ihrer Frei­lassung bleibt sie für die nun ver­botene KPD aktiv. 

Im Oktober 1933 erneut fest­ge­nommen, ver­urteilt das Ober­landes­gericht Dresden Emma Beier im Februar 1934 zu einein­halb Jahren Zucht­haus.

Wäh­rend sie im Zucht­haus Wald­heim in­haf­tiert ist, lässt sich ihr Ehe­mann von ihr scheiden. Sie muss deshalb nach ihrer Frei­lassung für sich alleine sorgen.

Nach Kriegs­ende ist Emma Beier am Wieder­aufbau der KPD beteiligt. 1946 tritt sie der SED bei, die in der sow­jetischen Be­satzungs­zone aus der Zwangs­ver­einigung von KPD und SPD entsteht. Sie ge­hört ab 1949/50 der Zentralen Partei­kontroll­kommission der SED an und ist Mit­glied des Zentral­vorstandes der Gewerk­schaft Unterricht und Er­ziehung sowie Stadt­verord­nete in Leipzig. 

Neben ihrer politischen Tätig­keit arbeitet die erneut ver­heiratete Emma Gerbig als Erzieherin und als Leiterin einer Schwer­hörigen­schule. 

Sie verstirbt 1972 in Leipzig, ein Altersheim wird nach ihr benannt.

Emma Beier