zu den Biografien

Leonie Behrmann

15. Dezember 1909, Berlin – 8. September 1942, Ghetto Riga

Leonie Behr­mann wächst in einer Berli­ner jü­di­schen Familie auf. Sie be­sucht das Gym­na­sium und ar­bei­tet nach ihrem Ab­schluss als Volon­tär­in in einer Möbel­tisch­le­rei. Ab Okto­ber 1928 ist Leonie Behr­mann an ver­schie­den­en Kunst- und Werk­schulen in Berlin und Köln tä­tig. We­gen ihrer be­son­ders guten Leis­tun­gen erhält sie meh­rere Aus­zeich­nungen. 1933 bis 1934 arbei­tet sie in Paris, 1935 für ein Berliner Archi­tek­tur­büro.

Leonie Behr­mann steht der kom­mu­nis­ti­schen Bewe­gung nahe und ist Mit­glied im Revo­lutio­nä­ren Stu­den­ten­bund. Nach der na­tio­nal­so­zia­lis­ti­schen Macht­über­nah­me 1933 leistet sie im kom­munis­ti­schen Um­feld Wider­stand gegen den Natio­nal­sozia­lis­mus in Berlin und Prag. Zu ihren Auf­gaben gehören das Zu­sammen­stellen und die Weiter­gabe von Berichten, das Ver­breiten ver­bo­ten­er Schriften, das An­wer­ben von Jugend­li­chen für die Wider-stands­ar­beit sowie die Teil­nah­me an Be­spre­chun­gen mit ver­schie­den­en Funk­tionä­rinnen und Funk­tio­när­en.

Im Juli 1936 fest­ge­nom­men, wird Leonie Behr­mann im Sep­tem­ber 1937 vor dem „Volks­ge­richts­hof“ zu sechs Jah­ren Zucht­haus ver­ur­teilt. Vor Ge­richt wird ex­pli­zit auf ihre jü­di­sche Her­kunft hin­ge­wiesen. 

Nach der Haft­strafe im Zucht­haus Jauer wird sie im Sep­tem­ber 1942 aus Berlin in das Ghetto Riga de­por­tiert. Dort kommt Leonie Behr­mann weni­ge Tage nach ihrer An­kunft auf­grund der men­schen­un­würdigen Bedin­gun­gen ums Leben.

Leonie Behrmann