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Biografie

Lilly Becher

geb. Korpus

27. Januar 1901, Nürnberg – 20. September 1978, Berlin (DDR)

Porträt der 34-jährigen Lilly Korpus, spätere Becher. Sie hat kurzes dunkles Haar und hat dunklen Lippenstift aufgetragen. Sie trägt eine weiße Bluse und darüber einen dunklen Blazer.

Lilly Korpus wird in eine jü­dische Familie hinein ge­bo­ren. Sie be­sucht in Mün­chen das Gym­nasium und stu­diert an­schlie­ßend in Heidel­berg. Nach­dem sie das Stu­dium aus finan­ziellen Grün­den ab­gebrochen hat, ar­beitet Lilly Korpus als Vo­lon­tä­rin bei der libe­ralen „Vossischen Zeitung“ und schließ­lich als Steno­ty­pistin in der Re­daktion des Münchner Ullstein­hau­ses. 1921 zieht sie nach Berlin.

Lilly Korpus ist seit 1919 Mitglied der KPD und über­nimmt hier ver­schiedenen Funk­tionen: 1922/23 ist sie Frauen­leiterin in Berlin-Neukölln und 1924 Grün­de­rin und Re­dak­teu­rin der kom­mu­nis­tischen Zeit­schrift „Die Arbeiterin“. 1932 bis 1933 ist sie Chef­re­dak­teu­rin der „Arbeiter Illustrierten Zeitung“.

Als ak­tive Kom­mu­nistin wird Lilly Korpus in der Nacht vom 7. auf den 8. März 1933 in Berlin von Männern der national­sozia­listischen „Sturmabteilung“ (SA) brutal überfallen.Sie flieht darauf­hin mit ihrer kleinen Tochter Marianne nach Wien und emi­griert von dort 1934 nach Paris. Auch hier ist sie politisch und jour­nalistisch aktiv. 1936 gibt sie unter dem Titel „Der gelbe Fleck“ eine deutsch­sprachige Doku­men­tation über die Ver­fol­gung der Jüdinnen und Juden im Na­tional­sozia­lismus heraus, die erst­mals in Paris er­scheint. Im Exil lernt sie den Schrift­steller Johannes R. Becher kennen, die bei­den hei­raten. 

Nach Kriegs­ende kehrt das Paar nach Deutsch­land zurück und lebt später in der DDR. Lilly Becher wird Mit­glied der SED und ar­beitet von 1945-1950 als Chef­re­dak­teu­rin der „Neuen Berliner Illustrierten“. 

Nach dem Tod ihres Mannes leitet sie ein nach ihm be­nanntes Archiv. 

Porträt der 34-jährigen Lilly Korpus, spätere Becher. Sie hat kurzes dunkles Haar und hat dunklen Lippenstift aufgetragen. Sie trägt eine weiße Bluse und darüber einen dunklen Blazer.

Lilly Becher 

Weiterführendes

Lilly Becher (Hg.): Der gelbe Fleck. Die Ausrottung von 500 000 deutschen Juden. Mit einem Vorwort von Lion Feuchtwanger, Paris 1936