zu den Biografien

Johanna Bauerschäfer

geb. Nowack

26. April 1899, Berlin – 18. April 1976, Berlin

Johanna Nowack wächst in einer Beamten­familie in Berlin auf. Sie be­sucht die Volks- und Handels­schule und ar­beitet an­schlie­ßend als Steno­ty­pistin. Bis zu ihrer Hei­rat mit Richard Bauerschäfer im Jahr 1920 ist sie in ihrem Beruf tätig. Das Ehe­paar ist schon in der Weima­rer Republik für die SPD aktiv. Richard Bauerschäfer ar­bei­tet für das Bezirks­amt von Berlin-Kreuzberg und wird 1933 aus politischen Grün­den ent­lassen.

Nach der Macht­über­nahme en­ga­giert sich das Paar ge­mein­sam im Wider­stand. Johanna Bauerschäfer ver­brei­tet ver­bo­tene Flug­schriften, die ihr Mann aus Prag erhält. Sie gibt als Kurierin ge­hei­me In­for­mationen weiter und be­teiligte sich an So­li­da­ri­täts­ak­tio­nen für Inhaf­tierte und deren An­ge­hörige. 

Sie wird am 7. April 1936 in ihrer Woh­nung fest­genom­men und kommt in das Unter­suchungs­gefäng­nis in Berlin-Moabit. Während ihr Mann im Dezember 1936 zu vier Jahren Zucht­haus­haft ver­ur­teilt wird, spricht das Kammer­gericht Berlin Johanna Bauerschäfer am  13. September 1936 aus „Mangel an Beweisen“ frei. Nach ihrer Ent­lassung ar­beitet sie wieder in ihrem Beruf als Steno­typistin. 

Von Februar 1946 an ist Johanna Bauerschäfer beim Berliner Magistrat für den Haupt­aus­schuss „Opfer des Faschismus“ tätig. Sie selbst wird 1947 als „Opfer des Faschismus" an­er­kannt. 

Johanna Bauerschäfer