zu den Biografien

Elisabeth Bäumlinger

29. Mai 1882, Niederwiera – 11. August 1967, Leipzig

Die im sächsischen Nieder­wiera ge­borene Köchin Elisabeth Bäumlinger wohnt in den 1930er Jahren in Leipzig. Ab 1932 ist sie Früh­rent­nerin und lebt von staat­licher Für­sorge. Sie hat vier Kinder, ist ge­schie­den und von ihrem zwei­ten Mann ge­trennt.

In der Wei­marer Republik ist Elisabeth Bäumlinger Mitglied in der Leip­ziger SPD. Nach der Macht­übernahme der National­sozialisten im Januar 1933 enga­giert sie sich in der nun ver­bo­tenen KPD. 

Nach­dem sie im No­vember 1934 eine anti­faschistische Parole an einem Dachsims eines Wohn­hauses am Volkmars­dorfer Markt in Leipzig ange­bracht hat, wird sie fest­genom­men und muss sechs Monate in Unter­suchungs­haft bleiben. 

1935 kommt es vor dem Ober­landes­gericht Dresden zur An­kla­ge gegen Elisabeth Bäumlinger und 17 wei­tere Per­sonen. Der Grup­pe wird vor­ge­worfen, die KPD in Leipzig reorga­nisiert und ver­botene Schriften ver­brei­tet zu haben. Elisabeth Bäumlinger wird im Mai 1935 zu einer zwei­jährig­en Haft­strafe ver­ur­teilt, die sie in den sächsischen Zucht­häusern Zwickau und Wald­heim ver­bü­ßen muss. Einer ihrer Söhne, Werner Staake, der schon vor 1935 wegen Be­täti­gung für die KPD in „Schutz­haft“ saß, erhält im selben Ver­fah­ren eine vier­jährige Zucht­haus­strafe.

Nach Kriegs­ende wird Elisabeth Bäumlinger als Ver­folgte des Na­tional­sozialismus an­er­kannt. Bis zu ihrem Tod im Jahr 1967 lebt sie in Leip­zig.

Elisabeth Bäumlinger