zu den Biografien

Elsa Arnold

geb. Sens

9. Oktober 1903, Hamburg – 16. Mai 1986, Berlin

Die in Ham­burg ge­bo­rene Elsa Sens tritt be­ruf­lich zunächst in die Fuß­stapfen ihres Vaters, dem kauf­männischen An­ge­stellten Max Sens. 1926 frisch ver­hei­ratet, geht sie mit ihrem Mann Artur Arnold im selben Jahr nach Paris. Dort arbeitet sie als Steno­ty­pistin und Über­setzerin in der inter­na­tio­nalen Ab­tei­lung der fran­zösischen Ge­werk­schaft Confédération Générale du Travail Unitaire (C.G.T.U.).

Elsa Arnold kann zu diesem Zeit­punkt schon auf eini­ge Jahre po­li­ti­schen En­gage­ments zurück­blicken: Mit 16 Jahren ist sie in die So­zia­listische Ar­beiter­jugend (SAJ) und 1925 in die KPD ein­ge­tre­ten. 1930 aus Frank­reich aus­ge­wiesen, kehrt sie nach Deutsch­land zu­rück. Hier ist sie als Mit­arbeiter­in in einem Verlag der Revo­lutio­nären Gewerk­schafts-Opposition (RGO) tätig und über­nimmt Auf­träge als Über­setzerin. Sie lebt seit 1932 mit dem KPD-Funk­tionär Karl Becker zu­sam­men.

Nach der nationa­lsozialisti­schen Macht­über­nahme geht das Paar ins Exil, zu­nächst nach Ams­ter­dam, 1936 nach Paris. Elsa Arnold und Karl Becker sind dort in der Exil-KPD und im Welt­komitee der Freunde der Sowjet­union aktiv. 1940 schließt sich Elsa Arnold der Résistance an.

Im Juni 1941 werden sie und Karl Becker von der fran­zö­sischen Poli­zei in Paris verhaftet und der Ge­stapo über­geben. Elsa Arnold wird vor dem „Volks­gerichts­hof“ zu 15 Jahren Zucht­haus verur­teilt, ihr Le­bens­gefährte erhält die Todes­strafe und wird am 1. Dezember 1942 im Straf­gefäng­nis Plötzen­see er­mordet. Elsa Arnold muss bis zur Be­frei­ung durch die Rote Armee im Mai 1945 mehrere Jahre in ver­schie­denen Haft­anstalten ver­brin­gen. 

In der DDR ist sie haupt­amtliche Partei­funktionärin der So­zia­lis­tischen Ein­heits­partei Deutsch­lands (SED). Für ihre Wider­stands­hand­lun­gen im Na­tio­nal­so­zia­lis­mus bekommt Elsa Arnold mehrere Aus­zeich­nungen. Sie lebt bis zu ihrem Tod in Ost-Berlin.

Elsa Arnold