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Käte Agerth

7. Juli 1888, Friedland (Mecklenburg) – 8. September 1974, Berlin

Käte Agerth wird in Mecklen­burg geboren. Nach dem Besuch der Volks­schule besucht sie das Lyzeum in Neu­branden­burg und kann ihre Schu­laus­bildung mit dem Abitur ab­schlie­ßen. An­schlie­ßend zieht sie nach Berlin und wird Lehrerin. Ab 1918 ist sie an Neu­köllner Schulen tätig. Käte Agerth en­ga­giert sich in ver­schie­den­en Gewerk­schaf­ten für Lehrerinnen und Lehrer, außer­dem ist sie ab 1921 Mitglied der KPD und 1929 Bezirks­ver­ord­ne­te der Partei in Berlin-Neu­kölln.

Am 16. September 1933 wird Käte Agerth aus politischen Gründen aus ihrem Beruf ent­lassen, sie ist mehrere Jahre arbeits­los. In dieser Zeit erhält sie finanzielle Unter­stützung von ihrem Vater. 1939 kann sie schließlich eine Stelle als Büro­hilfe in der Wirt­schafts­gruppe Druck (ehemaliger Buch­drucker­verband) an­tre­ten.

Während der Zeit der na­tio­nal­so­zia­lis­tischen Herr­schaft leistet Käte Agerth auf viel­fache Weise Wider­stand. Sie ist in einer Gruppe op­po­si­tio­nel­ler Lehrerinnen und Lehrer aktiv, die sich 1934 bis 1936 regel­mäßig als Sport- und Wander­gruppe getarnt zu politischen Dis­kussionen trifft. Käte Agerth be­teiligt sich außer­dem an der Ver­brei­tung von ver­bot­en­en kommunistischen Flug­schriften, ver­steckt mehr­fach unter­ge­tauch­te Kommunisten in ihrer Woh­nung und unter­stützt An­ge­höri­ge politscher Ge­fangener. 

1942 schließt sie sich der Wider­stands­gruppe um Anton Saefkow, Franz Jacob und Bernhard Bästlein an, zu der auch Martin Schwantes, ein Lehrer aus Magdeburg, gehört. Als dieser im Juli 1944 fest­genom­men wird, setzt sich Käte Agerth für ihn ein und steht seiner Frau Gisela Schwantes zur Seite. Sie selbst ent­geht einer Ver­fol­gung.

Im Mai 1945 wird Käte Agerth Direktorin einer Schule in Hohen Neuen­dorf in Branden­burg. Sie ist wieder gewerk­schaft­lich aktiv und en­ga­giert sich im Ver­band der Ver­folg­ten des Nazi­regimes (VVN).

Käte Agerth