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Margaretha Adam

13. Juli 1885, Patschkau – 27. März 1946, Berlin

Margaretha Adam wächst in Schlesien auf und ar­bei­tet nach dem Ab­schluss ihrer Schul­aus­bil­dung als Leh­rerin. An­schlie­ßend stu­diert sie Philologie, Psy­cho­logie und Ge­schichte. 1925 wird sie als eine von wenigen Frauen zu dieser Zeit an der Uni­versi­tät Ham­burg pro­mo­viert.

Die Aka­demi­kerin steht der na­tional­sozia­lis­tischen Bewe­gung zu­nächst nahe. 1930 wählt sie die NSDAP. Gleich­zeitig kri­ti­siert sie früh die frauen­poli­ti­schen Posi­tionen der Partei und ist beim All­ge­mei­nen Deutschen Frauen­verein (ADF) aktiv. Auch ver­fasst sie 1930 eine Schrift, die beim Central­verein deutscher Staats­bürger jü­di­schen Glau­bens er­scheint. Dies wird ihr spä­ter als Kritik am Anti­semi­tismus der NSDAP aus­ge­legt.

Kurz nach der Macht­übern­ahme wird Margaretha Adam wegen „politischer Un­zu­ver­lässigkeit“ der Lehr­auf­trag an der Ham­burger Uni­versi­tät ent­zo­gen. Als es im Juni/Juli 1934 zum so­ge­nannten „Röhm-Putsch“ kommt, einem Machtkampf innerhalb der national­sozialis­tischen Bewe­gung, in dessen Ver­lauf Füh­rungs­perso­nen der „Sturm­abteilung“ (SA) ermo­rdet werden, wendet sie sich end­gültig ge­gen das neue Regime. Sie versucht wiederholt, die Ver­ant­wort­lich­en für die Mor­de an den SA-Männern vor Ge­richt zu brin­gen. Margaretha Adam ver­fasst bis 1937 über 1.200 kritische Schriften, die sie auch an Ver­tre­ter aus­län­di­scher Re­gie­run­gen verschickt. 

Im März 1937 wird Margaretha Adam des­wegen ver­haftet und we­ni­ge Monate später vor dem „Volks­gerichts­hof“ zu acht Jah­ren Zucht­haus verurteilt. Das Gericht thema­tisiert hor­monelle Ver­än­derungen wäh­rend der Wechsel­jahre als an­geb­liche Ur­sache für ihren Wider­stand. Ihre Haft­strafe verbüßt sie in ver­schie­denen Haft­an­stal­ten, bis sie 1944 schließlich aufgrund einer Erkrankung be­gna­digt wird. 

Nur zwei Jahre spä­ter stirbt Margaretha Adam an einem Tumor­leiden. Heute be­findet sich im „Garten der Frauen“ auf dem Fried­hof in Hamburg-Ohls­dorf ein Gedenk­stein für sie.

Margaretha Adam